12.04.2014, von Mike Bender

Handwerkliche Fähigkeiten und Improvisation gefragt

THW Anwärter bestehen Grundausbildungs-Prüfung

Erlensee. Ein Presslufthammer dröhnt über den Hof, Steine spritzen in alle Richtungen davon. In einer anderen Ecke heult der Trennschleifer und verteilt seinen glühenden Funkenflug in der Luft. Was auf den ersten Blick wie eine Baustelle anmutete, war in Wirklichkeit die Abschlussprüfung der 26 THW Helferanwärter-/ und Anwärterinnen aus insgesamt 10 Ortsverbänden des Geschäftsführerbereichs Gelnhausen die sich am vergangenen Samstag auf dem Gelände des THW Ortsverbandes Erlensee, vor den aufmerksamen Augen der Prüfer beweisen mussten. Seit diesem Jahr wurde der verkürzte Lehrgang erstmals an den Standorten der einzelnen Ortsverbände durchgeführt. Lediglich die Abnahme der Prüfung wurde gemeinsam vollzogen.

 

An insgesamt 6 praktischen Stationen und in einer Theorie Prüfung wurden dabei die verschiedensten Aufgabengebiete abgefragt. Vom Füllen von Sandsäcken und dem Fördern von Wasser mittels Pumpen, über den Umgang mit Schere und Spreizer bis zum richtigen Absetzen einer Meldung beinhaltete die Grundausbildungsprüfung alle Fähigkeiten die auch im späteren Einsatzdienst beherrscht werden müssen. Auch bei der Theorie machten die Prüfer keine Ausnahmen - nur wer 36 von 40 Fragen richtige beantwortet hatte, bestand die Prüfung.  

 

Die Grundtätigkeiten zu beherrschen war dabei die eine, im Team zusammen zu arbeiten die andere Sache, wie an Station 4 deutlich wurde an der das Heben von Lasten mit verschiedenen Werkzeugen geprüft wurde.

 

Unter Einsatz des hydraulischen Hebegeräts galt es eine 350 kg Betonplatte so anzuheben, das sie mit einem Kreuzstapel aus Kanthölzern unterbaut und gegen Verrutschen gesichert werden konnte.

 

„Solche Aufgaben können nur im Team bewältigt werden. Absprache und gegenseitige Kontrolle sind dabei unerlässlich“, sagte der Prüfer und Zugführer im OV Erlensee Torsten Janke über die Durchführung der Aufgaben. Besonderes Augenmerk legten die Prüfer dabei auf die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften. Stand das Hebegerät auf sicherem Untergrund?, waren die Hydraulik-Leitungen richtig angekoppelt?, die Schutzkleidung vorschriftsgemäß angelegt? - Fragen die im Einsatzfall lebenswichtig sein können, denn wenn das THW ausrückt sehen sich die Einsatzkräfte meist Großschadenslagen gegenüber die ungeahnte Gefahren bergen.

 

Trotz dem Einsatz modernster Technik war auch die Improvisation der Prüflinge gefragt, denn nicht immer kann man sich auf die mitgeführte Technik auch verlassen. So wurde beispielsweise auch das Anheben von Lasten mittels einer Brechstange, als verlängerter Hebel abgefragt.

 

Mehrere Stunden nahm die Abnahme der Prüfung in Anspruch, die am Ende alle Prüflinge bestanden und fortan in den Einsatzdienst der jeweiligen Fachgruppe übernommen werden.

 

 

 

Trotz des Mitgliederrückgangs durch die Abschaffung der Wehrpflicht sind viele Ortsverbände nach wie vor gut aufgestellt, wie der Öffentlichkeitsbeauftragte des THW Erlensee Heinz Langenberger erklärte. „Alleine in Erlensee könne man inklusive der Reserve im Einsatzfall auf rund 80 Helfer zurückgreifen“, so Heinz Langenberger, der froh war mit dem Lehrgang ebenfalls zwei neue Helfer in der Mannschaft begrüßen zu können.

 

Deutschlandweit sehen die Zahlen ebenfalls positiv aus. Auf insgesamt 668 Ortsverbände verteilen sich derzeit rund 80.000 ehrenamtliche Helfer die im Krisenfall jeder Zeit vom Staat, dem Landrat oder anderen Rettungsorganisationen angefordert werden können. Weitere 800 hauptamtliche Kräfte sind hingegen für organisatorische Aufgaben, sowie für die Verwaltung tätig.




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